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Wir trauern um Manfred Bruns

homo.net Info vom 31. Oktober 2019
von Webmaster Jan

 

2012 erhielt Manfred Bruns den ersten Preis für das Engagement gegen Diskriminierung der Antidiskriminierungsstelle des Bundes. Bei der Preisverleihung sagte er:

„Ich habe 20 Jahre lang eisern an meiner Ehe festgehalten, weil ich Angst um eine bürgerliche Existenz hatte und Angst davor, dass ich meine Familie verlieren würde, an der ich sehr hänge. Ich hatte mit meiner Frau großes Glück. Wir haben eine sehr gute Ehe geführt und sind auch heute noch in Liebe verbunden.“ Erst Anfang der 80er Jahre bekannte sich Bruns dann gegenüber der Familie zu seiner Homosexualität. Trotzdem ließ er sich nie scheiden, obwohl er nach seinem Coming Out 27 Jahre mit seinem Freund zusammenlebte.

Und wie er unter Diskriminierung und dem damals noch gültigen $175 zu leiden hatte! Denn sein Coming Out hatte unangenehme Folgen für den Bundesanwalt Manfred Bruns: Nachdem er 1983 seinen damaligen Chef, Generalbundesanwalt Kurt Rebmann, eingeweiht hatte, begann für Manfred Bruns ein Spießrutenlauf. Kollegen mieden ihn, von Kurt Rebmann wurde er von allen Staatsschutzangelegenheiten abgezogen und als Sicherheitsrisiko eingestuft. Sein öffentliches Coming Out mündete 1985 schließlich in der BILD-Schlagzeile: „Bundesanwalt Manfred Bruns bekennt: Ich bin schwul.“

Aber da hatten sie den falschen gemobbt! Jetzt erst recht engagierte er sich für die Rechte der Homosexuellen und für Menschen mit HIV und AIDS. Maßgeblich beteiligt war er an der Abschaffung des §175 der von 1872 bis
1969 sexuelle Handlungen von Männern untereinander bzw. mit nicht volljährigen Jugendlichen und ab dann nur noch mit männlichen Jugendlichen unter achtzehn Jahren in der Bundesrepublik Deutschland unter Strafe gestellt hatte. Bruns sei Dank, dass diese Schande Deutscher Gesetzgebung seit dem 11. Juni 1994 nur noch in den Geschichtsbüchern steht.

Manfred Bruns war für die SPD Mitglied der Enquete-Kommission AIDS des Deutschen Bundestages und setzte sich dort mit Erfolg für eine liberale AIDS-Politik ein. Er vertrat den LSVD seit 1990 in allen juristischen Fragen, bei zahlreichen Anhörungen des Deutschen Bundestages und vor dem Bundesverfassungsgericht.

1994 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. In der Laudatio hieß es: „Für sein gesellschaftliches und gesellschaftspolitisches Engagement für die Emanzipation und Anerkennung Homosexueller, für den Schutz ihrer Rechte und für die Wahrung der Würde von Menschen, die HIV-positiv oder an AIDS erkrankt sind.“

Zuletzt erhielt er noch 2017 die Kompassnadel des Schwulen Netzwerks NRW für seinen Einsatz für die Rehabilitation der nach § 175 verurteilten Männer sowie seinen Einsatz für die gleichgeschlechtliche Ehe. Ob erst die eingetragene Lebenspartnerschaft und dann die Ehe für alle tatsächlich auch ohne das Wirken von Manfred Bruns Rechtswirklichkeit in Deutschland geworden wären, darf durchaus bezweifelt werden.

Jetzt ist der ehemalige Bundesanwalt und Menschenrechtsaktivist Manfred Bruns im Alter von 85 Jahren gestorben.

Wir werden Dich vermissen,
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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