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Lysis

- Sokrates erzählt -

von Platon

 

B. Hauptteil: 4.

c) Das Worumwillen der Freundschaft zum Guten ist etwas, dem man freund ist

Und auch ich selbst freute mich sehr, als hätte ich wie ein Jäger nun zur Genüge was ich gejagt hatte. Hernach aber kam mir, ich weiß nicht woher, der seltsamste Verdacht, daß wohl Alles nicht wahr wäre, was wir zusammen ausgefunden hatten. Und sehr verdrießlich sagte ich: O weh, Lysis und Menexenos, wir werden wohl nur im Traume den Schatz gehoben haben.

Was ist wieder, fragte Menexenos?

Ich fürchte, sprach ich, wie auf prahlerische Menschen, so sind wir wohl auf eben solche falsche Gedanken über die Freundschaft gekommen.

Woher? fragte er.

Laß es uns so betrachten, sprach ich. Wer freund ist, ist der Jemanden freund oder nicht?

Notwendig, sagte er.

Und um keines Endzwecks willen, auch keiner Ursache wegen? Oder wegen etwas und um etwas willen?

Um etwas und wegen etwas.

Ist er nun auch dieser Sache freund, um derentwillen er der andern freund ist, oder ist er ihr weder freund noch feind?

Ich folge dir nicht recht, sagte er.

Kein Wunder, sprach ich. Aber so wirst vielleicht du besser folgen, und, denke ich, auch ich besser wissen was ich meine. Der Kranke, sagten wir eben, ist dem Arzt freund. Nicht wahr?

Ja.

Und zwar der Krankheit wegen um der Gesundheit willen ist er dem Arzte freund?

Ja.

Die Krankheit aber ist etwas böses?

Wie sollte sie nicht?

Die Gesundheit aber, ist die gut oder böse oder keines von beiden?

Gut, sprach er.

Wir sagten also, wie es scheint, der Leib, weder gut noch böse, wäre wegen der Krankheit, das heißt etwas bösem, der Arzneikunst freund. Die Arzneikunst aber ist etwas gutes; und um der Gesundheit willen empfängt die Arzneikunst die Freundschaft; die Gesundheit aber ist gut. Nicht so?

Ja.

Ist er nun der Gesundheit freund oder nicht freund?

Freund.

Der Krankheit aber feind?

Allerdings.

Das weder bös und gute also ist wegen des Bösen und Verhaßten dem Guten freund, um eines Guten willen, dem es freund ist?

So zeigt es sich.

Freund ist man also dem man freund ist um etwas willen, dem man freund ist wegen etwas dem man feind ist.

So sieht es aus.

 

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