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Lysis

- Sokrates erzählt -

von Platon

 

B. Hauptteil: 1. Sokrates und Lysis: Wie man mit dem Geliebten reden muß

c) Notwendigkeit für den Geliebten, verständig und brauchbar zu werden

So verhält es sich also, lieber Lysis, sagte ich. Darüber, wovon wir uns richtige Einsichten erworben, wird Jedermann uns schalten lassen, Hellenen und Ausländer, Männer wie Frauen; wir werden darin tun was wir nur wollen, und Niemand wird uns gern hindern, sondern wir werden hierin ganz frei sein, und auch gebietend über Andere, und dieses wird das unsrige sein, denn wir werden Genuß davon haben. Wovon wir aber keinen Verstand erlangt haben, damit wird uns Niemand gestatten zu tun was uns gut dünkt; sondern alle werden uns hinderlich sein, soviel sie können, nicht die Fremden allein, sondern Vater und Mutter, und wenn uns Jemand noch näher verwandt sein könnte als sie. Vielmehr werden wir selbst was diese Dinge betrifft andern folgsam sein, und sie werden uns also fremd sein, denn wir werden keinen Genuß von ihnen haben. Räumst du ein, daß es sich so verhalte?

Ich räume es ein.

Werden wir also jemandem lieb sein, und wird uns jemand lieben in Hinsicht auf dasjenige, wozu wir unnütz sind?

Nicht füglich, sagte er.

Jetzt also liebt weder dich dein Vater noch sonst jemand jemanden in sofern er unbrauchbar ist.

Es ist nicht zu glauben, sagte er.

Wenn du aber verständig wirst, o Sohn, dann werden alle dir freund und alle dir zugetan sein: denn du wirst brauchbar sein und gut. Wenn aber nicht, so wird weder irgend ein anderer dir freund sein, noch selbst dein Vater, oder deine Mutter, oder deine Verwandten. Ist es also wohl möglich, o Lysis, davon viel zu wissen, worin man noch nichts weiß?

Und wie könnte man, sagte er.

Wenn also du noch des Lehrers bedarfst, weißt du noch nicht?

Richtig.

Also weißt du auch nicht viel wenn du doch noch unwissend bist.

Wahrlich, o Sokrates, sagte er, ich glaube auch nicht.

 

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