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Sind wir nicht schwul geboren?

homo.net Info vom 16. April 2020
von Webmaster Jan

 

Sexuelle Bedürfnisse mit zwei Meter Abstand sind eine echte Herausforderung. Da bleibt viel Zeit für die Hängematte, die in keinem richtigen Home Office fehlen darf. Zeit zum Nachdenken. Im Hintergrund trällert Lady Gaga „Born this way“:

„Verstecke Dich nicht im Selbstmitleid.
Liebe Dich einfach selbst und fertig.
Ich bin auf dem richtigen Weg.
Baby, ich bin so geboren.“

Ich bin so geboren. 50 Jahren lang wurde dieses Argument immer wieder zur Durchsetzung schwuler Ziele benutzt. Aber stimmt es wirklich? Schafft das Argument „wir sind so geboren“ wirklich echten Fortschritt für die LGBT Gleichberechtigung? Hier gleich drei Argumente die dagegen sprechen: Es ist wissenschaftlich nicht richtig, es ist rechtlich nicht notwendig und es ist ungerecht.

Doch, doch, das schwule Gen gibt es wirklich. Das ist wissenschaftlich gesichert. Aber die Gene sind weder hinreichend noch sind sie notwendig für die Ausprägung der sexuellen Orientierung. Zwillingsforscher beweisen den Einfluss der Gene: Ist ein Zwilling schwul, ist sein Geschwister mit 30 bis 40% Wahrscheinlichkeit ebenfalls schwul. Deutlich weit über dem statistischen Durchschnitt ist der Einfluss der Vererbung, doch weit entfernt von vollständiger Bestimmung.

Wissenschaftler sind sich sicher, dass sexuelle Orientierung nicht dem freien Willen unterliegt. Bei so vielen verschiedenen Faktoren sind sie sich aber keineswegs einig wovon sie letztendlich abhängt: Genetische, hormonelle, soziale und kulturelle Einflüsse haben sie gefunden und untersucht. Im komplexen Zusammenspiel mit Umwelteinflüssen sorgen die für größtmögliche Variation der sexuellen Orientierung beim Menschen.

Von der ausschließlichen Anziehung zum eigenen Geschlecht bis zur exklusiven Hinwendung zum anderen Geschlecht erstreckt sich die menschlicher Zweisamkeit mit allen möglichen Zwischenstufen. Aber wo wir persönlich auf dieser Skala stehen, ist keinesfalls bei der Geburt festgelegt. Auch über die Zeit verändert sich die Orientierung durchaus. Sie ist im freien Fluss. Eine schöne, bunte, queere Welt, in der allen alles allezeit möglich ist.

Rechtlich gesehen ist es nicht entscheidend, ob wir so geboren sind oder unserem freien Willen folgen. Die Würde des Menschen ist unantastbar. Unveräußerliche Menschenrechte sind unverletzlich und jeder hat ein Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit. Das Grundgesetz unterscheidet grundsätzlich nicht zwischen angeborenen und gewählten Merkmalen der Menschen.

Frühere Gerichte haben tatsächlich mit der Unveränderlichkeit und Beständigkeit der Veranlagung argumentiert. Mit der Erkenntnis, dass sexuelle Orientierung im freien Fluss ist, geht das heute nicht mehr. Leicht lässt sich dagegen beweisen, dass Diskriminierung gegen LGBT keinerlei rationale Basis hat. Sie beruht nur auf altem, verfassungswidrigem Hass und offenen oder verdeckten Vorurteilen. Mit solchen Argumenten werden heute die Siege für LGBT Gleichheit errungen.

Schlussendlich ist es ungerecht zu behaupten, so sind wir geboren. Was ist mit dem braven Ehemann, der nach 40 glücklichen Ehejahren mit 60 sein Coming Out hat? Ist der nicht richtig schwul? Auf der Buchmesse in Frankfurt traf ich mal einen Verleger, der bis 50 schwul war. Dann begegnete er der Frau seines Lebens. Jetzt ist er Hetero, verheiratet und überglücklich. Bis das der Tot sie scheidet? Vielleicht. Sicher aber ist er kein Einzelfall. Bevölkerungsstatistiken zeigen, es gibt viel mehr Bisexuelle als Homosexuelle. Das muss auch so sein, denn sonst wären wir ja längst ausgestorben.

Menschliche Geschlechtlichkeit reicht von einem Extrem zum anderen, mit ALLEN möglichen Zwischenstufen. Und wir sind keineswegs so geboren. Über die Jahre verändert sich nicht nur unser Geschmack sondern auch unsere Sexualität.

Wollen wir uns verlieben, klappt es sicher nicht. Und dann schlägt Amor ganz unerwartet und ungeplant zu. Die eigene Orientierung ist fließend. Sie ist veränderbar, nicht bei allen, aber bei den meisten, nicht ständig aber oft. 100% Hetero oder Schwul für alle Zeiten ist da eher die Ausnahme als die Regel.

Wir können nicht wirklich frei wählen, in wen wir uns verlieben. Zu viele Faktoren beeinflussen unsere angeblich so freie Wahl. Die ewig gestrigen fordern: Wenn wir wählen könnten, sollten wir uns auch für den einzig richtigen Weg entscheiden. Überflüssig zu sagen: Das ist nicht akzeptabel. Alle verdienen Anerkennung und Gleichberechtigung. LGBT zu unterstützen ist einfach richtig. Ende.

Vielleicht für immer schwul,
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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