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Geile Aromas von

Du elender Cis

homo.net Info vom 22. Juni 2023
von Webmaster Jan

 

„Du elender Cis“ ist natürlich genauso eine Beleidigung wie „Hetenschwein“ oder „schwule Sau“. Aber niemand könnte uns als Homo oder Cis, schwul oder androphil beschimpfen. Auch „zweibeiniger, weißer Mann“ wäre korrekt beobachtet, also kaum als Verbalinjurie geeignet. Viele sehen das anders.

Seit dieser Woche gelten cis und cisgender als Beleidigung. Elon Musk (52), der Besitzer von „Twitter“, wird mit seinen völlig absurden Diskussion immer mehr zum Diogenes der Moderne.

Diogenes von Sinope (413 - 323 v. Chr.) lebte nackt in einer Tonne. Ohne Scham erleichterte er sich auf dem Marktplatz, lange bevor die Bibel dies verteufelte. Wobei die Bibelschreiber eigentlich nichts dagegen gehabt hätten, denn sein Samen fiel ja auf den Marktplatz und wurde nicht wie von Onan auf dem Felde verspritzt.

Mit der Benennung von Begriffen nahm Diogenes es sehr genau. Vielleicht sollten wir das mal wieder einführen? Als Platon (ca. 428 - 348 v. Chr.) den Menschen als federloses, zweifüßiges Tier definierte, rupfte Diogenes einen Hahn, brachte ihn in Platons Schule und stellte ihn vor: „Das ist Platons Mensch.“ Daraufhin ergänzte Platon seine unsinnige Definition des Menschen als federloses, zweifüßiges Tier mit platten Nägeln.

Nichts war Diogenes heilig, weder Geschlechts- und Ehepartner noch gesellschaftliche Konventionen, weder staatliche Ordnung noch Religion. Ihn plagten keine Tabus; er schreckte selbst vor Diskussionen über Kannibalismus, als Opfer geschlachtete Kinder und Inzest aller Arten nicht zurück. Es ist aber durchaus anzunehmen, dass all diese Übertreibungen des Diogenes nur dazu dienten, um Diskussionen anzuregen und unsinnige gesellschaftliche Zwänge aufzudecken und abzuschaffen.

Elon Musk lebt angeblich in einem Tiny House, wenn auch nicht nackt oder gar in einer Tonne. Die Diskussionen, die er immer wieder vom Zaune bricht, muten diogenesk an.

Er kifft in aller Öffentlichkeit; ein Zug genügt für einen Riesenskandal. Im vergangenen Juni macht er sich über 25 weltbekannte Logos in Regenbogenfarben lustig. Zahlreichen Journalisten sperrt er die Twitter-Konten, doch Donald Trump (77) darf wieder tweeten. War die Panne, als der seine erneute Kandidatur offiziell bekanntgab, tatsächlich eine technische Fehlleistung oder ein genialer Marketing-Trick? Ist er wirklich für Trump oder hält er sich nur die Tür zum Weißen Haus für alle Eventualitäten - auch die schlimmsten - offen?

Der 2022 von der Europäischen Kommission geschaffene „Verhaltenskodex für (sic) Desinformation“ wurde von 42 Plattformen unterzeichnet. Twitter verlässt nun den Kodex, dem die verbleibenden 41 „freiwillig“ folgen. Könnte es sein, dass sich freiwillig sowieso niemand daran hält?

Dafür sind cis und cisgender auf Twitter inzwischen Beleidigungen, wenn man nicht so genannt werden will, und das ist auch gut so. Doch die Welt hat einen Musk-Skandal mehr, weil die moderne Identitätspolitik lieber Unterschiede feststellt, statt unsere Gemeinsamkeiten zu suchen und zu fördern. Sie versieht Schubladen mit immer neuen Etiketten, statt überholte Diskriminierungen abzuschaffen. Wer nicht cis genannt werden will, den sollten wir auch nicht cis nennen.

Als der frühe Aktivist der Homosexuellenbewegung, Karl Maria Kertbeny (1824 - 1882) am 6. Mai 1868 in einem Brief erstmals den Begriff Homosexualität prägte, dauerte es nicht lange, bis auch die Heterosexualität erfunden wurde. Als wir zum Homo wurden, wurden die anderen zum Hetero.

Jetzt verschaffen sich endlich auch die Transsexuellen Gehör. Noch wissen sie nicht so recht, wie sie sich nennen sollen. Eine Inflation der Begriffe ist die Folge.

Auch das Gegenteil will benannt werden und wird neudeutsch Cisgender genannt, im Gegensatz zu Transgender.

Definieren wir cis ganz genau, denn es umfasst gerade mal 97 bis 99 Prozent der Weltbevölkerung: Cisgender bzw. das undeklinierbare Adjektiv cisgender beschreibt eine Person, deren Geschlechtsidentität mit dem im Geburtenregister eingetragenen Geschlecht übereinstimmt, das meist anhand der sichtbaren körperlichen Geschlechtsmerkmale des Neugeborenen beurteilt wird, quasi das Geburtsgeschlecht oder Hebammengeschlecht.

Jetzt wird mir schlecht.

Für immer ein Mann
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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