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Sapphische Spiele

homo.net Info vom 12. August 2021
von Webmaster Jan

 

Jetzt sind sie also vorbei, die umstrittenen Olympischen Spiele 2020. In Japan ist Homosexualität noch immer ein heikles Thema. Von eingetragenen Partnerschaften oder gar Ehe für alle sind die Japaner weit entfernt. Ausgerechnet dort scheint dieses Jahr der LGBT-Sport seinen olympischen Durchbruch erlebt zu haben.

2012 in London gab es nur 23 bekennende Homosexuelle, 2016 in Rio waren es schon 56. In Tokio bekannten sich gleich 182 Athleten zur gleichgeschlechtlichen Liebe, mehr als in allen anderen Olympischen Spielen seit 1896 zusammen. Das schafft Freude und Verdruss, je nach Einstellung und politischem Bedarf.

Mit 182 LGBT Athleten unter 11.090 Teilnehmern haben sich diesmal immerhin 1,6 % offen gezeigt. Rein statistisch sollte die Zahl etwa dreimal höher sein, also irgendwo zwischen 500 und 600 liegen. Erfolgreich waren die sich nicht verleugnenden allemal. Mit gleich 32 Medaillen brachte es das LGBT-Team auf Platz 7 im Medaillenspiegel und holte mit 3.2 % der Medaillen doppelt so viele Preise wie statistisch erwartet.

Zu vielen Sportlern ist ein Coming-out auch heute noch versagt. In ihren Heimatländern sind Homosexuelle geächtet und werden bestraft, bis hin zur Todesstrafe. Da versagt auch die Politik.

Um so mehr müssen sich die von Erfolg gekrönten Homosexuellen in die Öffentlichkeit wagen, bis überall für alle Menschen jede sexuelle Orientierung so akzeptiert ist, dass es keines Kraftaktes mehr bedarf, um offen schwul zu leben.

Da tun sich auch bei Olympia die Herren der Schöpfung schwer. Wie beim Fußball ist es auch bei Olympia. Die Frauen öffnen sich leichter als die Männer. Während lesbische Fußballerinnen massenweise zum Vorschein kommen, traut sich bis heute kein aktiver schwuler Fußballprofi raus aus dem Schrank. Auch bei Olympia war nur jeder 8. im LGBT-Team ein Mann.

Coming-out für alle
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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