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Schwule Tippelschrittchen

homo.net Info vom 10. April 2025
von Webmaster Jan

 

Die Evangelisch-Lutherische Kirche in Bayern (ELKB) hat sich entschuldigt. In einer Schweigeminute gedachte die Landessynode des begangenen Unrechts gegen Schwule: „Wir erkennen heute, dass queere (sic) und queer lebende Menschen in der Kirche großes Leid erfahren haben“.

Künftig soll nicht mehr zwischen Segnung und Trauung unterschieden werden. Einheitlich soll der Begriff „Trauung“ verwendet werden, unabhängig von Geschlecht, sexueller Orientierung oder Konfession.

Mit großer Mehrheit nahm die Frühjahrssynode in Augsburg die Vorschläge der Arbeitsgruppe Queer an. Ob das ein Vorbild für die anderen 19 Landeskirchen der Evangelischen Kirche in Deutschland sein wird?

Schwule Ehemänner kämpfen gegen polnische Ignoranz

Noch immer sind in elf EU-Staaten weder gleichgeschlechtliche Ehen noch eingetragene Partnerschaften erlaubt. Doch jetzt kommt Bewegung in die Sache:

Zwei polnische Schwule, von denen einer auch die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, haben 2018 in Berlin geheiratet. Doch Polen weigerte sich, ihre Eheschließung in das nationale Personenstandsregister einzutragen. Die Ehemänner klagten. Jetzt hat der Europäische Gerichtshof (EuGH) das Wort.

Generalanwalt Jean Richard de la Tour (65) betonte in seinem Schlussplädoyer: Zwar könnten die EU-Staaten ihr Personenstandsrecht selbst gestalten, es müsse aber mit EU-Recht vereinbar sein. Die vollständige Nichtanerkennung einer Ehe verletze das Recht auf Freizügigkeit sowie das Privat- und Familienleben. Polen müsse entweder ein alternatives Verfahren schaffen oder die Ehe offiziell amtlich registrieren.

Der Fall ist politisch brisant. 2018 regierte in Polen die nationalkonservative PiS, zusammen mit Präsident Andrzej Duda (52) bekannt für homophobe Rhetorik und „LGBT-freie Zonen“. Heute hat sich das Bild gewandelt: Unter Donald Tusk (65) und seiner liberalen Regierung bewegt sich das Land in Richtung Gleichstellung. Eine Mehrheit der Bevölkerung unterstützt bereits eingetragene Lebenspartnerschaften für gleichgeschlechtliche Paare.

Im August endet endlich auch die Ära des offen homophoben Präsidenten Duda mit seiner zweiten Amtszeit.

Der EuGH folgt weitgehend den Empfehlungen des Generalanwalts. Polen wird wohl die Ehe für Alle anerkennen müssen - ein wichtiges Signal für die Rechte queerer Menschen in der gesamten EU.

Immerhin Tippelschrittchen
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

 

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