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Mutiges Budapest

homo.net Info vom 10. Juli 2025
von Webmaster Jan

 

In Köln zu paradieren kann gefährlich sein. 2025 wurden immerhin 2.259 Straftaten registriert: 444 Körperverletzungen, 300 Diebstähle und Raubüberfälle, 56 Sexualdelikte (darunter 2 Vergewaltigungen), 76 Platzverweise, 14 Festnahmen. Und doch lassen sich die Kölner Jecken ihren geliebten Karneval nicht nehmen.

Wer weniger Risiko will, kommt ein paar Monate später zum CSD – Europas größter Schwulenparty. Die Bilanz 2025: 25 Körperverletzungen, 1 Taschendieb, 1 Raub, 4 Sexualdelikte (darunter 2 Vergewaltigungen), 13 Platzverweise. Nur der Taschendieb wurde festgenommen. Die Polizei spricht von einem „absolut friedlichen“ Verlauf.

In vielen Medien klingt das anders. ZDF heute: „Das Klima für queere Menschen hat sich auch in Deutschland verändert. Hass und Hetze nehmen zu, Angriffe häufen sich.“

Die Tagesschau eröffnete mit Köln: „Queere Menschen sind zunehmend Ziel von Anfeindungen und sogar Übergriffen. ‚Das Selbstverständnis, frei und friedlich demonstrieren zu können, sei in Gefahr‘, sagen die Veranstalter.“

Die Zeit: „Aufgrund der Zunahme queerfeindlicher Straftaten sprach der Veranstalter von einer ‚anderen‘ Stimmung.“

Die Welt: „Neue Queer-Beauftragte der Bundesregierung beklagt ‚Hass und Hetze‘.“

Kölner Stadt-Anzeiger titelte gar: „Polizei zieht Bilanz – Beamtin erleidet bei CSD-Parade Rauchgasvergiftung.“ Stimmt. Bei über einer Million Besuchern kam es zu einem qualmenden Unfall.

Vermehrte Angriffe auf Pride-Veranstaltungen dokumentierte im letzten Jahr die Amadeu Antonio Stiftung. Die Täter seien oft junge Männer, die sich online verabreden. Laut Innenministerium nimmt rechte Hasskriminalität gegenüber queeren Personen kontinuierlich zu. Wenn eine Million Menschen dagegen protestieren, hat der Rechtsextremismus keine Chance.

Mehr Mut brauchte es in Budapest. Ungarns Regierung hatte per Gesetz die Pride verboten – angeblich zum Schutz der Kinder. Doch 200.000 Menschen gingen trotzdem auf die Straße. Sie trotzten einer Politik, die seit Jahren queeres Leben systematisch einschränkt.

Auch rund 70 EU-Abgeordnete zeigten Gesicht und Regenbogenflagge – ein starkes Zeichen, wenn auch verspätet. Denn europäische Werte und Menschenrechte müssen auch für queere Menschen in Ungarn gelten.

Stolz auf Budapest
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

 

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