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Ein echt reicher Student

homo.net Info vom 18. Juni 2026
von Webmaster Jan

 

David Hockney (1937 - 2026) definierte Reichtum nicht durch Geld, sondern durch Freiheit: „In dem Moment, als ich als Maler meinen Lebensunterhalt verdienen konnte, war ich reich, weil ich das tat, was ich tun wollte. Man ist ein reicher Mann, wenn man die Dinge tut, die man tun möchte.“

1960 war Hockney noch Student. In England war Homosexualität zu dieser Zeit verboten. Trotzdem bekannte sich Hockney öffentlich zu seiner Homosexualität. Anstatt sie zu verstecken, wurde sie wesentlicher Bestandteil seiner Kunst. Als es zur Aktmalerei kam, lieferte er ohne jede Scham ein Selbstporträt mit seinem Liebhaber ab: „wir 2 Jungs, eng aneinander geschmiegt“, Originaltitel „we 2 boys together clinging“.

Schon damals gab es nicht nur Text in seinen Bildern, sondern auch jene berühmten Zahlen und Codes, mit denen er seine vielen Liebhaber identifizierte. Doch einen akademischen Abschluss, kündigte das Royal College of Art (1959 – 1962) an, könne er nur machen, wenn er sowohl einen weiblichen Akt male, als auch einen Aufsatz für die Abschlussprüfung verfasse.

Bei beidem weigerte sich Hockney. Stunden- oder tagelang eine nackte Frau zu betrachten, lehnte er grundsätzlich ab. Seinen vorgelegten Aufsatz über den Fauvismus schmierte er so lustlos zusammen, dass er wohl dafür durchgefallen wäre. Schon damals rettete ihn der Erfolg. Denn seine Bilder verkaufte er bereits für fünf Pfund das Stück. Damals waren das noch vier Dollar oder 56 Deutsche Mark – für einen Studenten ein kleines Vermögen.

Die königliche Akademie zeichnete ihn mit einer Goldmedaille aus. Zu berühmt war der Widerspenstige bereits, um bei der Abschlussprüfung durchzufallen. Sie gaben ihm sein Diplom. Prompt radierte er eine eigene Version seines Diploms, um das Establishment zu verspotten,

Kurz darauf war seine nächste Ausstellung bereits ausverkauft – Geld genug, um für Jahre mit seinem Liebhaber nach Kalifornien auszuwandern. Seine Poolbilder machten ihn weltberühmt. Bald trugen die Jungs im Pool keine weiße Badehose mehr, die braungebrannten Leiber setzten sich trotzdem deutlich ab. Inspirierten sie in den 1970er-Jahren „Die 3 Besoffskis“ zu ihrem Hit „Ein schöner, weißer Arsch“?

Nicht „The Big Splash“, sondern „A Bigger Splash“ ist heute eines der berühmtesten Bilder des 20. Jahrhunderts. 1968 bezahlte der glückliche Käufer dafür 300 Pfund. Heute dürfte es eher 100 Millionen Pfund wert sein – wenn es denn noch verkäuflich wäre. Natürlich wurde auch der größere Spritzer von einem nackten Mann erzeugt, der kopfüber in den Swimmingpool sprang. Auf dem Bild ist er bereits untergegangen.

Sein Spritzer bleibt uns für immer
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

 

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