Sodomisten an die Front
homo.net Info vom 23. Oktober 2025
von Webmaster Jan
Die Serie „Boots“ schlägt derzeit alle Rekorde. Ein minderjähriger schwuler Rekrut wird bei den US-Marines von der gemobbten Schwuchtel zum richtigen Mann gedrillt. Das Publikum genießt die schönen, kampfgeilen Männer, während das Pentagon auf Befehl des Präsidenten vor Wut schäumt.
Anfangs kann sich die Klemmschwester auf den offenen Gemeinschaftslatrinen nicht erleichtern. Als ihr Darm letztendlich endgültig überlastet ist, legt sie zu den triumphalen Klängen von „Also sprach Zarathustra“ ein Rekordei, das von allen bejubelt wird. Am Ende einer gelungenen Ausbildungsphase wird er zum goldfarbenen Rambo – natürlich oben ohne.
Ein Spielverderber, der das alles für Kitsch hält. Noch nie war es so schön, fürs Vaterland zu töten. Gebrüllt wird ständig. Wer „Full Metal Jacket“ (1987) von Stanley Kubrick kennt, weiß bereits, wie das abläuft. Die Dramaturgie von Film und Serie gleicht sich wie ein Ei dem anderen.
In beiden Darstellungen dienen Begriffe wie Weicheier, Schwule und Memmen als erzieherische Beleidigungen, um aus verhätschelten Knaben kampfgeile Männer zu machen. Hier wie dort leidet der unsportliche, fette Kerl besonders.
Hier wie dort endet die Ausbildung tödlich. Bei Kubrick stirbt der härteste Schinder durch die Hand eines durchgedrehten Rekruten. In „Boots“ dreht der beim Schießen erfolgreichste Rekrut total durch und bricht entseelt zusammen. Beim Anruf nach Hause hatte der hervorragende Superschütze erfahren, dass seine Mami einen neuen Liebhaber hat.
Geduscht wird viel. Gewichst wird nur einmal, von einem Schlafwandler, der nicht weiß, was er tut. Ansonsten ist diese Männergesellschaft zwar kampfesgeil, aber vollständig asexuell. Selbst des Helden bester Freund bleibt ohne eigenes sexuelles Begehren. Den höchsten Dienstgrad hält eine Frau.
Einer der Offiziere hat tatsächlichen Sex in der Serie. In einer Rückblende schläft er nackt mit einem anderen Offizier. Beide lassen sich ihre ewige Treue auf die geschwellte Männerbrust tätowieren. So hat es später die Untersuchungskommission einfacher, sie eindeutig der Sodomie zu überführen. Als sein Liebhaber heiratet, lässt er sich zu den Marines versetzen und wird zum besonders unbarmherzigen Drillmeister.
Natürlich duldet der keine Schwuchtel in seinem Bataillon und nimmt unseren Helden besonders hart ran. Später werden sie gemeinsam einem Rekruten das Leben retten. Der inzwischen als Sodomit entlarvte Offizier verschwindet auf Nimmerwiedersehen in der Wildnis und der Held sprintet heroisch ins Ziel. Fortan wird er sein schwules Laster erfolgreich verheimlichen und als richtiger Mann nur noch seinem Land dienen.
Während der Abschlussfeier überfällt der Irak Kuwait. Doch eine zweite Staffel im Zweiten Golfkrieg ist bisher nicht in Sicht.
Die amerikanische Realität war, ist und bleibt homophob. Von 1951 bis 2013 war beim US-Militär „unnatürlicher Geschlechtsverkehr“ und Sex mit Tieren als Sodomie strafbar. Dabei wurde der Begriff „unnatural carnal copulation“ absichtlich weit und unscharf gefasst. Jede Form von Analverkehr wurde bestraft, selbst unter Ehepaaren, sowie Homosexualität und Zoophilie.
1993 wurde Doppelmoral endgültig zur Pflicht. Mit dem Gesetz „Don‘t Ask, Don‘t Tell“ (Frage nicht, sage nicht) wurde das Verheimlichen der eigenen Sexualität für Homosexuelle zum offiziellen Gebot. Sodomie blieb weiterhin strafbar, mit bis zu fünf Jahren Haft und unehrenhafter Entlassung.
2003 erklärte der Supreme Court Gesetze gegen einvernehmliche homosexuelle Handlungen für verfassungswidrig. Danach wurde der Sodomie-Paragraf beim Militär nicht mehr angewendet. Erst 2013 wurde er gestrichen.
Jetzt wollen Trump und sein Kriegsminister das Kriegerethos der US-Truppe wiederherstellen: „elitär, einheitlich und geschlechtsneutral“. Der Pressesprecher des Pentagons bezeichnete die Serie „Boots“ deshalb als „woken Müll“. Doch die moderne Hexenjagd auf LGBT hat längst begonnen. Bis zum 6. Juli dieses Jahres hatten alle Trans-Personen im Militär Zeit, freiwillig den Dienst zu quittieren. Der Rest wird jetzt unehrenhaft gefeuert.
Das Volk beginnt gegen den König (No Kings) zu demonstrieren. Bis zum natürlichen Ende seiner präsidialen Dienstzeit wird aber wohl kaum mehr jemand Donald Trump mit seinem eigenen Lieblingssatz konfrontieren: „You are fired“.
Schrecklich schön unterhaltend
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

