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Nackt war einmal

homo.net Info vom 15. Januar 2026
von Webmaster Jan

 

Nackt schwimmen soll besonders bei Schwulen sehr beliebt sein – so das gängige Vorurteil. Wahrscheinlich haben sie damit sogar recht. Doch auch viele Heteros genießen die ungebändigte Freiheit des textilfreien Gleitens durch das kühle Nass. Deshalb ist es umso verwunderlicher, dass die Berliner Bäder jetzt auch den letzten Nacktbadetag im Stadtbad Neukölln gestrichen haben. Damit gibt es im Berliner Winter keine Möglichkeit mehr, sich in staatlichen Bädern hüllenlos zu baden.

Dabei hat das Schwimmen ohne Badehose nur Vorteile. Bekanntlich waschen die wenigsten Deutschen ihre Badehose gründlich in der Waschmaschine. Den meisten genügt es, sie zwei Sekunden unter kaltes Wasser zu halten, auszuwringen und zu trocknen. Das Ergebnis ist wissenschaftlich erforscht: Viel Dreck gelangt alleine schon durch die Badekleidung ins stark gechlorte Wasser.

Übrigens wusstest Du schon, dass das Chlor im Schwimmbecken geruchlos ist? Was da in den Bädern so stark nach „Chlor“ riecht, stammt nicht vom freien Chlor, sondern von Chloraminen, die entstehen, wenn Chlor mit Urin (Natursekt) reagiert. Ein stark nach „Chlor“ riechender Pool hat also meist zu wenig wirksames Chlor und nicht zu viel.

Viele prüde Menschen entledigen sich selbst beim obligaten Duschen nicht ihrer Badekleidung, was zu weiterem Dreck im Pool führt. Da sind die meisten Schwulen besondere Vorbilder. Sie bevorzugen die gemeinsame, intensive Reinigung ihrer Körper und ihrer Intimbereiche durch ausgiebiges warmes Duschen im Adamskostüm – nicht nur vor, sondern auch zwischen und nach dem Schwimmen – und helfen sich gegenseitig zu makelloser Reinheit.

Berlin muss sparen, besonders bei LGBT-Angeboten fehlt bekanntlich überall das Geld – inzwischen fehlen auch vermehrt die LGBT-Angebote. Im Gay-Stadt-Index von gay-szene.net belegt die angebliche „Regenbogenhauptstadt“ Berlin gerade mal Platz 9. Selbst Koblenz, Münster und Kaiserslautern haben pro Einwohner mehr schwule Adressen als Berlin.

Aber muss es denn immer sparen sein? Mehreinnahmen hätten viele Vorteile. Nacktbaden war in Berlin schon immer extrem beliebt, besonders im Ostteil der Stadt. Auch im Westen waren Hallenbäder an Nacktbadetagen meist überfüllt.

Vollere Bäder bedeuten vollere Kassen. Warum wurden die Nacktbadezeiten in Hallenbädern nicht so lange erweitert, bis in den Nacktbadestunden genauso viel los war wie zu den anderen Zeiten? Das wäre hoch profitabel und eine echte demokratische Abstimmung mit den Füßen gewesen. Was jetzt in Berlin passiert, ist gedankenlos, undemokratisch, prüde und bei leeren Kassen völlig kontraproduktiv.

67 Bäder verwalten die Berliner Bäder-Betriebe, davon 33 Schwimmhallen. Über 800 stattliche Stadtverwalter benötigt dieser staatliche Betrieb, der nichts anderes tut, als zu verwalten. Dabei ist er „dolle divers“, wie der Berliner sagen würde. Die Verwalter wollen „die Arbeitswelt geschlechtergerecht(er) gestalten“ (sic). Ja, was denn nun? Gerecht oder gerechter – also nicht ganz so gerecht?

Die Vielfalt dieser Mitarbeiter beweisen die beiden diversen Vorstände – ein Mann und eine Frau – jährlich, wenn sie am Deutschen Diversity-Tag im Mai den diversen Höhepunkt des Jahres feiern und gemeinsam in einem Freibad die Regenbogenflagge hissen. Läppischer geht Werbung für Diversität wohl kaum noch.

https://gay-szene.net/gay-index/stadt.html

Viel Spaß unter der Dusche
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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