Einen Moment...
GayShopTotal.com Lube Powder im Angebot

Verfehlte Berliner Politik

homo.net Info vom 4. Juni 2026
von Webmaster Jan

 

Der berüchtigte Görlitzer Park ist dank Verwaltungsgericht wieder geöffnet. Doch der Berliner Senat will weiter für den Zaun kämpfen und nun auch noch vier historische Brücken zwischen Ost und West sperren. Park auf, Brücken zu. Als hätte Berlin beschlossen, jedes Problem mit weniger Freiheit zu beantworten.

Für viele Schwule ist das ohnehin die falsche Debatte. Der Görli mag offen sein. Wirklich frei fühlen wir uns deshalb noch lange nicht. Wer heute mit seinem Freund durch den Park läuft, denkt angesichts der offen sichtbaren Dealerszene zuerst an seine Sicherheit und erst danach an die Romantik. Händchen halten wird zur Mutprobe.

Die vier Brücken stehen dabei symbolisch für das eigentliche Problem. Berlin diskutiert darüber, wie man Wege schließt. Diskutiert werden müsste, wie man verlorene Räume zurückgewinnt.

Die eigentliche Frage lautet deshalb nicht, ob der Park geöffnet bleibt. Die eigentliche Frage lautet: Wie sieht der Görli in zehn Jahren aus? Bleibt er ein Symbol gescheiterter Drogenpolitik – oder wird er wieder ein Park für alle?

Die gute Nachricht: Andere Städte haben das geschafft. Zürich hatte einst eine offene Drogenszene, die deutlich größer war als alles, was Berlin heute kennt. Gelöst wurde das Problem nicht durch immer neue Zäune, sondern durch eine Mischung aus legalen Angeboten, Suchthilfe, Therapie, Arbeit und konsequentem Vorgehen gegen organisierte Kriminalität. Das Ziel war nicht, Süchtige zu bekämpfen. Das Ziel war, den Schwarzmarkt überflüssig zu machen.

Genau dort müsste Berlin ansetzen. Weniger Symbolpolitik, mehr Konkurrenz für die Dealer. Legale Cannabis-Abgabe, Konsumräume für Abhängige, Hilfsangebote, Therapieplätze, Arbeit und echte Perspektiven für Menschen, die heute in der Szene feststecken. Wer nur Verkäufer austauscht, löst kein Problem. Wer die Nachfrage verändert, schon.

Konkret heißt das: Berlin beauftragt die deutschen Drogisten, Haschisch-Tüten so billig zu produzieren wie Sonnencreme. Lizenzierte Coffeeshops am Görli-Eingang – sauber, kontrolliert, ohne organisierte Kriminalität. Das Geschäftsmodell der Dealer bricht zusammen, weil niemand mehr 20 Euro für eine Tüte zahlt, wenn der legale Shop fünf Euro verlangt. Die organisierte Kriminalität hasst nichts mehr als faire Preise.

Genauso wichtig ist die Rückeroberung des Parks durch seine Besucher. Kulturveranstaltungen, Sport, Picknicks, Sommerfeste, Lesungen, Kinoabende, eine Wiese für die Freunde nahtloser Bräune. Öffentlicher Raum lebt von Menschen, nicht von Zäunen.

Und deshalb sollte Berlin seinen Erfolg künftig nicht an Polizeistunden oder Zaunmetern messen. Die entscheidende Frage wäre viel einfacher: Würde ein schwules Paar den Görli heute für ein erstes Date auswählen? Wenn die Antwort 2036 selbstverständlich „Ja“ lautet, dann ist der Park zurückgewonnen. Nicht für die Politik. Nicht für die Dealer. Nicht für irgendwelche Aktivisten. Sondern für die Menschen, die ihn einfach nur benutzen wollen.

Nicht schließen. Zurückgewinnen!
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

 

Quellenangabe

  Sende Deine Meinung zu diesem Blog an  

Weitere Blogs