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Rita, wat kosten die Kondome?

homo.net Info vom 5. Februar 2026
von Webmaster Jan

 

Einer der bekanntesten Werbespots durfte so nicht so heißen wie in unserer Überschrift! Auf Druck der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung musste „Rita“ in „Tina“ umsynchronisiert werden, um einen möglichen Bezug zur ehemaligen Gesundheitsministerin Rita Süssmuth (1937 - 2026) zu vermeiden – obgleich diese 1990 bereits nicht mehr im Amt war. Zu diesem Zeitpunkt war sie von Helmut Kohl bereits zur Bundestagspräsidentin befördert worden.

Hella von Sinnen (67) in der Rolle der Kassiererin im Supermarkt setzte damals um, was Rita Süssmuth begründet hatte: „Gib AIDS keine Chance!“ Dank „Rita“, nicht „Tina“ waren Kondome keine „Unaussprechlichen“ mehr, über die niemand sprach, sondern vorbeugende Lebensretter in aller Munde – außer bei der humorlosen Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. „Rita“ hätte es wahrscheinlich gefallen.

Nicht auszudenken, was aus uns geworden wäre, wenn es Rita Süssmuth als Gesundheitsministerin nicht gegeben hätte. Ihr großer Gegenspieler, Peter Gauweiler (76) von der CSU wollte Schwulen Zwangstests verordnen, sie mit Tattoos markieren, uns am liebsten sogar wegsperren. Rita Süssmuth stand hingegen für eine menschenwürdige AIDS-Politik in Deutschland.

Als sie 1985 ihr Amt antrat, spielte AIDS noch keine große Rolle in der Gesundheitspolitik. Wichtigstes Thema war damals Glykol im Wein. In Bayern wurde jedoch bereits offen darüber diskutiert, Schwulenklubs zu schließen, Erkrankte in Heimen zu internieren und alle Ansteckungsverdächtigen notfalls auch mit Gewalt zu testen.

Rita Süssmuth dagegen lehnte Ausgrenzung, Stigmatisierung und Isolation ab. Ihr Leitsatz lautete: „Wir bekämpfen die Krankheit, nicht die Betroffenen.“ Ihr Team kämpfte für AIDS-Aufklärung und den Schutz der Betroffenen. Im Herbst 1987 gelang ihnen die Wende. Die Mehrheit der Bevölkerung sprach sich nun für Aufklärung, Selbstschutz und verstärkte Eigenverantwortlichkeit aus – und gegen Zwangstests.

Jetzt ist Rita Süssmuth im Alter von 88 Jahren gestorben. Für Dienstag, den 24. Februar, hat der Bundespräsident einen offiziellen Trauerstaatsakt angeordnet. Der Staat trauert öffentlich in seiner höchsten Form der Ehre um diese außergewöhnliche politische und gesellschaftliche Frau. Sie hat nicht nur das Parlament selbst maßgeblich verändert, sondern auch das Leben schwuler Männer in Deutschland nachhaltig verbessert.

Wir haben ihr sehr viel zu verdanken
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

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