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Tantissimi – so viele!
homo.net Info vom 11. September 2025
von Webmaster Jan
Der London Times sagte er: „Ein homosexueller Mann ist ein Mann zu hundert Prozent. Er muss sich nicht homosexuell kleiden.“ Giorgio Armani muss es wissen. Er hat sie alle angezogen und viele, viele ausgezogen. Jetzt ist der wohl erfolgreichste italienische Modedesigner aller Zeiten im Alter von 91 Jahren in Mailand gestorben.
Der Anzug war sein Leben. Er nahm ihm alles, was an die ursprüngliche Uniform erinnerte. Damit zog er mühelos Generationen von Männern und Frauen an – stilvoll und elegant. Kein anderer Designer blieb von Anfang bis Ende so konsequent bei seinem Stil.
In seinen Entwürfen ist Eleganz die wichtigste Qualität. Sie schenkt dem Träger Selbstvertrauen und verleiht ihm die Ausstrahlung eines Menschen, der nicht krampfhaft versuchen muss, Eindruck zu schinden.
Sein Idol war der glatte, weltmännische und vor allem elegante Schauspieler Cary Grant. Besonders Anzüge trug er mühelos stilvoll und elegant. Diese Eigenschaft bewunderte Armani zutiefst; sie machte Cary Grant zu seinem großen männlichen Vorbild – neben seiner atemberaubenden männlichen Schönheit.
Die Anzüge im amerikanischen Film waren zugeknöpft, hatten steife Linien, hochgepolsterte Schultern und eine unnachgiebige Fasson. All das nimmt Armani nicht nur den Sakkos, sondern auch den Hosen, bis die Anzüge in weichen Linien die männlichen und weiblichen Körper umwehen, umwogen, sie weich umhüllen und liebevoll einhüllen.
Zunächst dekorierte er Schaufenster, dann kaufte er Moden für Männer ein und entwarf schließlich seine eigene Kollektion. Im Jahr 1970 machte er sich gemeinsam mit seinem Lebenspartner selbstständig. Zusammen gründeten sie das Unternehmen „Giorgio Armani“. Nach dem frühen Tod seines Partners blieb das Unternehmen bis heute unverändert in Familienbesitz. Er war 55 Jahre lang der Chef. Das hat bisher kein anderer Modedesigner je geschafft.
Armani demokratisierte und emanzipierte nicht nur den Anzug für Männer und Frauen gleichermaßen. Auch seine Hommage an das weiße T-Shirt führte zu radikalen Brüchen in Ästhetik und Eleganz: Das weiße T-Shirt zum Anzug, der weiße Rollkragenpullover zum Frack – ohne Armani wäre das bis heute undenkbar geblieben.
Natürlich war Armani nicht nur ein genialer Designer, sondern auch ein gewiefter Geschäftsmann. Bald gesellte sich zur Männermode seine erste Damenkollektion. Sein erstes Parfüm, der Damenduft „Armani“, wurde einer der kommerziell erfolgreichsten Düfte überhaupt. Es folgten Kosmetiklinien, Interior-Design, Gastronomie, Hotels und sogar ein Basketballclub.
Er zog die italienische Luftwaffe an und bald auch halb Hollywood. Richard Gere war der erste, der als „ein Mann für gewisse Stunden“ Armani trug. 30 weitere Filme sollten folgen.
Er hatte zu allem eine Meinung – nur zu seinem Privatleben nicht. Zwar hat er seine Homosexualität nie verleugnet – als Modedesigner scheint das geradezu zum guten Ton zu gehören. Aber die meisten seiner Liebhaber blieben anonym.
Doch wer die Liebe seines Lebens war, verriet er bereitwillig: „Tantissimi – so viele!“
Elegant bis zum Schluss
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

