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Milk statt Kirk

homo.net Info vom 9. Oktober 2025
von Webmaster Jan

 

Der republikanische Abgeordnete Trevor Lee möchte den Harvey Milk Boulevard in Salt Lake City nach dem kürzlich in Utah erschossenen konservativen Influencer Charlie Kirk (1993 - 2025) umbenennen. Lee argumentiert, dass die meisten Bewohner Utahs keine Verbindung zu Harvey Milk (1930 - 1978) hätten, Kirk hingegen sei bekannt, da er in Utah ermordet wurde.

Utah ist ein konservativer Bundesstaat mit starker religiöser Prägung, insbesondere durch die Kirche Jesu Christi der Heiligen der Letzten Tage.

Harvey Milk, der erste offen schwule Politiker der USA, wurde 2016 posthum in Salt Lake City geehrt. Die Organisation Equality Utah und die damals erste offen schwule Bürgermeisterin unterstützten die Umbenennung, um Sichtbarkeit für die LGBT-Community zu schaffen.

Equality Utah erzielte in Utah zahlreiche Erfolge: Schutz vor Diskriminierung, Aufhebung des „No Promo Homo“-Gesetzes, Verbot der Konversionstherapie für Jugendliche und Einführung von LGBT-Schutzklauseln in Gesetzen zur Religionsfreiheit.

Jährlich am 22. Mai, dem Geburtstag von Harvey Milk, finden auf dem Harvey Milk Boulevard Veranstaltungen statt, um sein Erbe zu würdigen.

Trevor Lee ist für seine homophoben Positionen bekannt. Er kämpft gegen Pride-Symbole, verweigert schwulen Vereinen staatliche Zuschüsse und attackiert LGBT-Personen in den unsozialen Medien und Podcasts. Mit seinem Vorschlag würde ein Symbol der LGBT-Bewegung durch die Ehrung eines konservativen Influencers ersetzt werden.

Charlie Kirk vertrat extreme Ansichten: Er sprach sich für die TV-Übertragung von Hinrichtungen aus, forderte Gerichtsprozesse nach Nürnberger Vorbild für Ärzte, die Geschlechtsanpassungen durchführen, bezeichnete Homosexualität als „Irrtum“ und Abtreibung als „schlimmer als den Holocaust“. Er sah die USA als „christliche Nation“, die zu ihrem biblischen Fundament zurückkehren müsse.

Oft zitierte er die Bibel und interpretierte sie wörtlich:„Wenn ein Mann bei einem Mann liegt, wie er bei einer Frau liegt, so haben beide einen Gräuel begangen; sie sollen unbedingt getötet werden; ihr Blut sei auf ihnen“, (Levitikus 20,13).

Trotz der vielen Todesfälle durch Schusswaffen rechtfertigte er privaten Waffenbesitz: „Es lohnt sich bedauerlicherweise, jedes Jahr einige Todesfälle durch Schusswaffen in Kauf zu nehmen, damit wir das Second Amendment und unsere anderen gottgegebenen Rechte schützen können.“ Jetzt wurde er selbst zum Kollateralschaden.

Der Harvey Milk Boulevard wurde nach einem der ersten und bekanntesten Aktivisten der LGBT-Bewegung benannt. Die Straße nun nach einer Person zu benennen, die offen gegen Schwule, Transpersonen und andere Minderheiten gehetzt hat, ist ein offener Angriff auf unsere Gleichberechtigung und Sichtbarkeit.

Der Harvey Milk Boulevard muss bleiben
Jan
Webmaster
vom homo.net Team

 

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